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BROHT – mein Rohkostbrot

Brot aufbewahren
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Brot-Not

Es ist morgens 8 Uhr, mein Magen knurrt und ich habe nicht viel Zeit, bevor ich aus dem Haus muss. Sobald ich in unserer WG-Küche stehe realisiere ich: es gibt nichts rohkosttaugliches zum Frühstücken…..nur das übliche Dinkelvollkornbrot lächelt stumm von der Brotschneidemaschine rüber. Jetzt ist es zu spät und die Zeit zu knapp, etwas rundum rohes vorzubereiten. Also schneide ich mir dann doch schnell eine Scheibe Dinkelbrot ab und esse sie – mit einem miesen Gefühl. Aber das ist mir dann doch lieber als konsequent, und hungrig zu bleiben. So oder so ähnlich ist es mir schon richtig oft gegangen. Ich bin -trotz guter Vorsätze- das Opfer meiner eigenen nicht vorhandenen Planung geworden.

Seit ich dahinter gekommen bin, wie man “normales” Brot durch rohes, getreidefreies ersetzen kann, fällt es mir viel leichter, dranzubleiben. Hier verrate ich dir, was ich über Rohkostbrot gelernt habe, und wie du es in deinen Alltag integrieren kannst.

Resteverwertung?

Um ehrlich zu sein, gibt es für mich nicht DAS Brotrezept. Es ist eher wie eine variable Kombination aus Zutaten, die sich gut für ein Dörrbrot eignen. Du kannst das Brot ohne Gemüseanteil machen. Geht prima. Wenn du -so wie ich- gerne mal Gemüsesaft machst, dann kannst du den Trester (das, was der Entsafter hinten rausschmeisst) mit im Brot verarbeiten. Anstatt das gute Zeug in den Biomüll zu werfen. Das ist nachhaltig 🙂

Gewürze und Kräuter kannst du nach Belieben dazugeben, je nachdem ob du ein würziges oder lieber ein neutraleres Brot haben willst, das sich auch für süße Aufstriche eignet. Aber auch das ist relativ – probiere doch mal aus, wie dir ein fruchtiger Aufstrich auf einem herzhaften Brot schmeckt!

1 – 2 – 3

Alle Kombinationsmöglichkeiten hier aufzuschreiben übersteigt meine Phantasie und den Rahmen dieses Beitrages. Als Faustregel für ein Brot, kannst du dir diese 3 Komponenten in Erinnerung rufen, die ein Brotteig braucht, um ein leckeres Brot zu werden:

  1. Kleber: Gequollene Leinsaat, die püriert wird ersetzt den Klebereffekt, den das Gluten in Getreidewaren hat
  2. Füller: Nüsse wie z.B. Mandeln oder Haselnüsse und (am besten gekeimte) Pseudogetreide machen den Teig lockerer und ersetzen das übliche Getreidemehl
  3. Geschmack: Hier kommen Gewürze, Kräuter, Salz, Pfeffer, Gemüseraspel, Trockentomaten und Safttrester ins Spiel. Du kannst nach Lust und Laune kombinieren, was dir schmeckt und was deine Küche so hergibt.

 

Rohes Brot

Zutaten für 3 1/2 Bleche:

  • 280g Buchweizen
  • 100g Sesam
  • 100g Goldleinsaat
  • 680g Trester vom Entsaften
  • 2 TL Himalayasalz
  • 2 EL Olivenöl
  • Oregano
  • Thymian
  • Tajinegewürz (marokkanische Gewürzmischung)

Die Leinsamen füllst du mit einer Tasse (250ml) Wasser auf und lässt sie mindestens 20min quellen. Dann pürierst du diese Masse so lange, bis die meisten Samen aufgebrochen sind und du eine klebrige Teigmasse in der Schüssel hast.

Wenn du einen Hochleistungsmixer hast, kannst du die Zutaten auch auf einmal zusammenschütten. Hast du nur einen Pürierstab zur Verfügung, mixe die Zutaten in kleinen Portionen nach und nach. Sesam und Buchweizen solltest du optimalerweise am Vorabend schon in Wasser einweichen. Nicht um es weicher zu machen, sondern um so viel Phytinsäure wie möglich daraus zu entfernen. Mehr dazu kannst du in diesem Artikel hier nachlesen. Alternativ kannst du auch gekeimten Buchweizen verwenden (24-48 Std. gekeimt).

Ein weiteres, ganz einfaches und schnelles Brotrezept findet du hier: das (österliche) Frühstücksbrot von Nordischroh. Wie du auf den Bildern siehst, kannst du auch etwas dickere Scheiben herstellen.

“Backen”

Natürlich geht es hier um’s Dörren oder anders gesagt: Trocknen. Oder Backen bei sehr niedrigen Temperaturen 🙂 Wenn du kein geeignetes Dörrgerät hast oder keine Paraflexbögen, dann kannst du auch einfach Frischhaltefolie auf einem Backblech auslegen und die Teigmasse mit einem Teigschaber darauf verteilen. Mit Backpapier habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Die Feuchtigkeit aus dem Teig hat das Backpapier so weit aufgeweicht, dass ich es am nächsten Tag nur noch in Fetzen von der Unterseite meines schönen Brotes abziehen konnte. Nicht schön.

Zum Dörren kannst du auch deinen Backofen verwenden – falls du kein Dörrgerät hast. Ich habe das Rohkostbrot aus diesem Rezept 12 Stunden (über Nacht) bei 50°C und minimal geöffneter Klappe gedörrt. Dazu habe ich den Backofen auf die niedrigste Stufe gestellt und einen Kochlöffel in die Klappe geklemmt. Am nächsten Morgen dann gewendet, die Folie abgezogen und etwas 1 Stunde auf einem Rost weitergdörrt, damit auch die Unterseite die Feuchtigkeit abgeben konnte.

Broht

Aufbewahren

Verpacken kannst du das Brot, sobald es abgekühlt ist. Nimm einfach ein luftdicht verschließbares Gefäß, das von der Größe her passt, und steck die Brotstücke rein. Deckel zu. Fertig. Ich mag Plastikgefäße nicht so gerne, deshalb bin ich auf Schraubgläser gekommen. Wie z.B. das Gurkenglas, in dem ich im Moment mein Brot lagere. Je nachdem wie trocken das Brot ist, hält es sich länger oder kürzer: ganz trockenes Brot hält sich praktisch ewig, weil sich ohne Wasser kein Schimmel bilden kann. Ich mag es, wenn das Brot noch ein bisschen flexibel und biegbar ist. So dass es beim Reinbeissen nicht direkt zerkrümelt wie Knäckebrot. In diesem Zustand hält das Brot Minimum eine Woche. Ein Rest Brot, den ich im Schraubglas gelagert und vergessen hatte, war nach meiner Rückkehr aus dem letzten Urlaub leider geschimmelt. Da waren aber auch gut 3 Wochen vergangen.

Es wird dir viel leichter fallen, weniger oder gar kein Getreidebrot mehr zu essen, wenn du dafür sorgst, dass du immer einen Vorrat an Rohkostbrot da hast. Und anfangs mag es so klingen, als wäre das ein große Sache mit dem Vor- und Zubereiten – sobald du es ein paar Mal gemacht hast, wird es zur Normalität und du denkst nicht mehr darüber nach 🙂 Ich mache etwa alle 2 Wochen Rohkostbrot und esse fast täglich etwas davon. So süchtig nach Brot, wie ich es vom normalen Bäckerbrot einmal war, bin ich jetzt nicht mehr!

Wenn dir dieser Artikel weitergeholfen hat – oder Fragen offen gelassen hat: Lass’ es mich wissen. Ich freue mich über Kommentare oder deinen Erfahrungsbericht!

Go wild! Go green!

Ana

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5 Kommentare

  1. kathrin wilms sagt

    Also dein Rohkostbrot ist für mich eine super Alternative zu Weizenbrot, Knäcke und Cräcker und hilft mir sehr bei meiner Ernährungsumstellung,schmeckt mir richtig lecker , weil es auch gut haltbar ist und nach Tagen noch gut schmeckt und sättigt, bin ich Fan von , ne .
    vielen Dank ! SCHMATZ SCHMATZ
    Kathrin,

  2. Super Idee, hätte nicht gedacht, dass sich die Rohkost-Variante eines herkömmlichen Brots so “leicht” umsetzen lässt.
    Vor allem, dass ich dadurch den guten Trester nicht jedes Mal entsorgen muss, sondern ihn sogar zu etwas Leckerem weiterverarbeiten kann, ist genial!
    Ich habe zumindest mein neues Frühstück gefunden – dank dir!

    Liebe Grüße
    Frank

    • Hallo Frank!
      Ich freue mich, dass Du die Idee auch so magst, den Trester für’s Brot zu verwenden! So variierst du ganz ohne zusätzlichen Aufwand jedes Mal etwas den Geschmack deines Brotes, je nachdem was du entsaftet hast 🙂 Nachhaltigkeit geht!
      LG,
      Ana

  3. Danke für dieses tolle Rezept! Ich werde es in den nächsten Tagen ausprobieren. Ich finde es super, dass es so lange haltbar ist.
    Ich habe seit ein paar Tagen einen Dörrautomaten und probiere gerade sehr viel aus, da kommt dieses Rezepte gerade richtig.
    Liebe Grüße,
    Nina

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