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Tiramisú – ohne Zucker, Ei oder Getreide

Tiramisú
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TiRAWmisú

Skepsis macht sich in meinem Kopf breit als ich zum ersten Mal ein rohveganes Tiramisú in einer Rezeptsammlung entdecke. Wie soll denn das gehen? Tiramisú besteht praktisch ausschließlich aus Zutaten, die einem Rohköstler nicht auf den Teller kommen: Mascarpone, Eier, weißer Zucker und Biskuit.

Genau diese Klassiker, die wir alle so lieben, lassen doch am stärksten unsere Wehmut hochkommen bei dem Gedanken, darauf verzichten zu müssen. Da hilft auch der Kopf nichts, der sagt: “Rohkost heisst doch Genuss und bestimmt nicht Verzicht!”. Deine alten Prägungen wirst du nur durch neue, bessere los. Wenn Rohkost überzeugendes Tiramisú kann, dann ist praktisch alles möglich. Also ans Werk!

Fluffigkeit

Weil diese Götterleibspeise hier, etwa 24 Std- im Kühlschrank braucht, um fest zu werden, legst du damit am Tag vor dem Festessen los. Vor dem Aufessen kommt nur noch als Krönung eine fluffige Kakaostaubdecke obendrauf.

Tip: Wenn es in deinen Tag passt, dann kühle die Form nach jeder Schicht eine Weile, damit das Kokosöl aushärten kann. Dann lässt sich die nächste Schicht viel leichter auftragen. 

Das Tiramisú besteht aus 3 verschiedenen Crèmes. Jede Crème bereitest du im Blender zu(Pürierstab geht auch, ist etwas mehr Arbeit), indem du die Zutaten nach und nach dazu gibst und gründlich durchmixt. In den meisten Rezepten steht, dass das Kokosöl am Schluss dazu kommt. Wenn es in deiner Küche so warm ist, dass das Kokosöl flüssig ist, lässt es sich am besten reinarbeiten. Dann ist es meiner Meinung nach zweitrangig, ob du das Kokosöl am Ende oder mit den anderen Zutaten zusammen reingibst. Du kannst auch, um es dir zu erleichtern, das Kokosöl im Wasserbad schmelzen lassen. Ab etwa 20ºC ist es schön weich und wird ab 24°C flüssig.

Zutaten für 1 Form Tiramisú (8-10 Portionen):

  • Mandelcrème (1. und 3. Schicht):
    • 350g weiche Datteln
    • 7 El Kokosöl
    • 1 TL Vanille
    • 1/2 TL Himalayasalz
    • 4 Tassen eingeweichte (gepellte) Mandeln
    • 2 Tassen eingeweichte Haselnüsse
  • Schokocrème (2. Schicht):
    • 1 reife Avocado
    • 35g Agavendicksaft (wenn du es wirklich süß magst – oder einfach mehr Dattelpaste dazugeben)
    • 50g Dattelpaste
    • 5 EL Kakaopulver
    • 1 TL Vanille
    • 1 Pr. Salz
    • 3 EL Kokosöl
  • Cashewcrème (4- Schicht):
    • 1 Tasse (ca. 100g) eingeweichte Cashews
    • 100g Dattelpaste
    • 2 EL Kokosöl
    • 1 TL Vanillepulver
    • 1 TL Zimt
    • 1 Pr. Salz
    • Zitronensaft
    • 20g Flohsamenschalen
  • Kakao vor dem Servieren schön dick durch ein Sieb auf das Tiramisú schneien lassen.

Wie du ja sicher schon an der Zutatenliste erkannt hast, macht dieses Zeug richtig ordentlich satt. Und glücklich. Wenn du mehr darüber lesen möchtest, warum das Einweichen der Nüsse für deinen Körper vorteilhaft ist -besonders wenn du oft Nüsse isst-, erfährst du in diesem Artikel über Phytinsäure.

Leg’ los und lass mich wissen, ob  mein TiRAWmisú nach deinem Geschmack ist.

Alles Liebe und Wilde,

Ana

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31 Kommentare

  1. Jan sagt

    Guten Morgen!! Auch wenn ich kein RAW Typ bin, möchte ich das gerne mal probieren.

    Aber, bei der Mandelcreme, ich glaube, dass 172 TL ein bisschen viel des guten sind oder? 😉

    LG, Jan

  2. Pingback: RAWsome Lasagne - Pasta in rohvegan - WILDGRÜN

  3. Hallo Ana!
    Das klingt doch toll! Ich habe 3 Fragen: 1.Welche Form nimmst du? 2. Sind pürierte Datteln auch schon gleich Dattelpaste, oder muss ich die extra kaufen? 3. Ich habe schon Rohkostkuchen, wofür man eigentlich eine Küchenmaschine braucht, wunderbar mit einfachem Pürierstab hingekriegt- glaubst du, bei diesem Rezept geht es auch?
    Vielen Dank
    Mariette

    • Hi Mariette! Vielen Dank für deine Fragen. Ich antworte so knackig wie möglich: 1. Standardform (wie für Aufläufe) 30x25cm. Die Größe der Form kann aber ruhig abweichen, dann ändert sich nur die Füllhöhe. 2. Dattelpaste = pürierte Datteln (wenn sie trocken sind, dann mit etwas Wasser pürieren) 3. Pürierstab geht auch 🙂 Ich hoffe meine Antworten helfen dir und du verliebst dich genau so in dieses Rezept wie ich. Viel Spaß!
      Ana

  4. Hallo!
    Ich bin durch eine Freundin auf das Rezept aufmerksam geworden und würde es auch gerne ausprobieren 🙂 Bei der Mandelcreme 320 Datteln? Also die getrockneten? und wirklich 320??
    Und wie verarbeite ich das alles? Alles zusammenmischen und dann schichten? Ich habe bisher noch keine Erfahrungen mit dieser Art von Küche 😉
    Hoffe auf Tipps!
    Liebe Grüße

    • Hallo Corinna, ja das hatte sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Es heisst nun richtig 350 GRAMM Datteln 🙂 Die Zutaten vermischst du am besten in einem guten Mixer zu einer Masse. Pürierstab geht aber auch. Und dann losforschen 🙂 Ich hoffe es mundet dir!
      Gutes Gelingen,
      Ana

  5. Andrea sagt

    Liebe Ana,
    danke für das Rezept , hört sich super an aber ich glaub da hat sich noch ein Fehlerteufelchen eingeschlichen …350 weiche Datteln ?? sind ein paar zuviel , oder ??

    Liebe Grüße
    Andrea

    • Hi Andrea! 350 Datteln!!! Ja, das wäre etwas viel, sollte heissen “350g”. Das kommt davon, wenn ich doch noch nachts um zwei Rezepte abtippe. Danke für den Hinweis.

  6. Birgit sagt

    Sorry, aber ich sehe hier nur die Zutatenliste und keine weiteren Angaben zur Zubereitung! ?

    • Hi Birgit, danke für deinen Hinweis. Ich war schon wieder mit den Gedanken einen Schritt weiter 🙂 Hab diese Lücke gleich gefüllt. Schönen Sonntag, Ana

  7. Pingback: Essen | Pearltrees

  8. Rachel Gudruna sagt

    Es ist zwei Uhr Nachts. Ich war grad auf dem Weg ins Bett, da hab ich diesen Artikel (viel schlimmer: das Foto!!) gesehen.
    Ein Blick in den Vorratsschrank hat mir gezeigt, dass ich so ziemlich alle Zutaten fürs Tiramisu habe – außer Flohsamenschalen (was genau bewirken die?)
    JETZT ist der Moment der Entscheidung: schlafen oder backen?
    Ich fürchte, ich werde der Versuchung deines Tiramisus erliegen, Ana…

    • Haha das klingt gut, Rachel! Na, hast du heute Nacht losgelegt? Schreib’ doch mal, wie es geklappt hat, ja? Die Flohsamenschalen dienen als Bindemittel, das Rezept sollte auch ohne diese Zutat funktionieren.

    • Osterschmaus! Klingt richtig gut, da hast du dir das richtige ausgesucht, um die Fleischfresser zu besänftigen 🙂 Viel Spass damit an Ostern, Veronika!

    • Hallo Heidi. Eine Tasse Nüsse sind etwa 120g 🙂 Also nimm eine Tasse und fülle sie mit Nüssen. Das ist schon das ganze Geheimnis.
      VG,
      Ana

  9. Steffi sagt

    Hallo, das hört sich ja wirklich gut an. Eine Frage hab ich noch: in was weiche ich die Nüsse ein? In Wasser? Lg Steffi

  10. Geni sagt

    Woahh, das klingt so gut! Das wird definitiv bald ausprobiert!
    Weißt du eventuell wie viel Gramm je Mandeln und Haselnüsse es ca. sind?
    Liebe Grüße

    • Hi Geni, danke für die Frage. 1 Tasse Nüsse sind ungefähr 120g. Kannst du als Faustformel für alle Nüsse nehmen.
      Gruß,
      Ana

  11. Pingback: Rohe Dattelpaste - Anleitung und Variationen - WILDGRÜN

  12. Hall Ana,
    ich bin gerade dabei, das TiRAWmisu zu machen. 🙂 gehören das wirklich nur 7 EL Kokusöl dazu? Keine weiter Flüssigkeit. mein Mixer streikt. Ich gebe jetzt Wasser hin zu mal sehen wir das läuft.

  13. Bianka Mandelkow sagt

    Also vorweg, es schmeckt richtig lecker!
    Vom Äußerlichen sieht mein Tirawmisu doch etwas anders aus. Das liegt wahrscheinlich, an mienem Hochleistungsmixer, der alle Zutaten der jeweiligen Schichten, zu einer einheitlichen Masse verarbeitet. Bei der 1 (und 3) Schicht rate ich daher, wenn man mit einem entsprechenden Mixer arbeitet, Die Zutaten in zwei Portionen gemischt durchzupürieren, ich hatte trotz wirklich langen Mixen manche Haselnüsse noch ganz, ich habe dan die Hälfe herausgeholt und dann hat es wunderbar geklappt. Die vierte Schicht, hat definitiv zuviel Flohsamenschalen! (also ich hatte nur gemahlenden). Zwei gehäufte Eßlöffel verwende ich für einen Cashewmozzarella, daher kam mir das direkt zu viel vor. Ich habe den Saft von einer ganze Zitrone verwendet. (Das war im Rezept leider nicht genau angegeben, doch wegen der Flohsamenschalen, muss ja irgendwas diese zum Quellen bringen. Mir wurde die Caschewschicht wirklich zu fest. Lecker ist sie trotzdem. Aber eben nicht cremig, ließ sich eher formen wie Teig und ich konnte diese pracktisch als Deckel auflegen. Nimmst du sonst das Einweichwasser mit zum Mixen und Quellen? In den meisten Rezepten ist das eher unüblich, daher habe ich es auch nicht gemacht. Auch ist die vierte Schicht bei mir, durch die Datteln und den Zimt leider nicht so schön weiß geworden. Sie ist eher hellbraun. Beim Nächsten Mal würde ich daher mit Agavensyrup statt mit Dattelpaste machen. Aber wie gesagt, es ist sehr lecker, ich habe mir von allem zur Probe ein Probe-Törtchen in eine Muffin- Miniform gemacht. Ich bin sicher meine Familie wird nichts davon übrig lassen morgen. Den Kakao habe ich auch in raw. Ich habe Kakaonips gemahlen zu Pulver. Mich überrascht wie sehr es wirklich nach Tiramisu schmeckt, wo doch kein Tropfen Amaretto darin ist. Die Mandeln machen es einfach aus. <3 Vielen lieben Danke für das Rezept <3 , ich werde ganz bestimmt zum Wiederholungstäter 😉

    • Liebe Bianka, vielen vielen Dank für dein ausführliches Feedback! Das mit den Flohsamenschalen war auch für mich ein Test, weil ich wollte, dass die oberste Schicht schön fest wir und sich von der Konsistenz von den anderen unterscheidet. Die Flohsamen kannst du natürlich auch ganz weglassen, das Kokosöl sorgt schon dafür, dass es nicht auseinanderläuft. Agavendicksaft ist roh fast nirgends zu bekommen und ist deswegen in den allermeisten Fällen kein Ersatz für die Dattelpaste. Ich nehme den Effekt auf die Farbe gerne dafür in Kauf, dass ich kein hochverarbeitetes Produkt dafür verwende. Wenn man die Nüsse einweicht, lassen sie sich übrigens auch besser zu einer Crème verarbeiten. Warum du das Einweichwasser auf keinen Fall verwenden solltest, habe ich in diesem Artikel hier beschrieben. Ich freu’ mich sehr darüber, dass du das Rezept magst 🙂
      Ana

  14. Pingback: #Lieblingsblogs Empfehlungen von euch für euch – Coffee & Chainrings

  15. ricci sagt

    Also super Idee, aber kann nur jedem der dieses Rezept ausprobiert empfehlen: Das richtige Equipment ist echt wichtig. Mein Rührstab hat beim Dattelpüree angefangen zu qualmen und es war echt schwer alles klein zu kriegen. So fein wie oben auf dem Foto sieht es nicht aus – sondern eher etwas gröber.

    Aber lecker ist es bestimmt trotzdem. Steht jetzt im Kühlschrank…. 🙂

    • Hey Ricci, freut mich, dass du das Rezept getestet hast! Und danke für das Teilen deiner Erfahrung. Schaden, dass dein Gerät so schnell schlapp gemacht hat. Dattelpaste mach ich immer mit dem Pürierstab, weil ich das für kleinere Mengen am besten finde, und mein Gerät hält durch. Obowhl das ein ganz “normaler” und handelsüblicher aus dem Laden ist. Also, ich finde, es ist einen Versuch wert, das Rezept auch ohne Hochlestungsmixer zu testen 🙂

  16. Antonia sagt

    Habs mir jetzt mal zu Weihnachten gegönnt und es schmeckt sehr gut und sieht toll aus. Verarbeitung war dank meines Standmixers kein Problem(einweichen und Datteln halbieren), mit dem Pürierstab nochmal nachbearbeitet und dann wars ganz fix fertig. Was mich interessieren würde: wie lange hält sich das jetzt im Kühlsschrank und nimmt das im Tiefkühler keinen Schaden?
    LG Antonia

    • wildgruen sagt

      Hi Antonia,
      ich habe bisher noch nie länger als 2 Tage etwas davon aufbewahren müssen 😉 Aufgrund der Zutaten, die drin sind, gehe ich aber davon aus, dass es sich gekühlt auch länger hält, 3-4 Tage sollten kein Problem sein. Lass auf jeden Fall deinen Geruchs- und Geschmackssinn entscheiden, wenn du etwas schon ein paar Tage im Kühli hattest und dir unsicher bist. Wenn du es länger im Kühli lagern willst, tu’ es auf jeden Fall in eine Tupperdose oder etwas ähnliches, damit es keine störenden Aromen aufnimmt oder antrocknet.
      Tiefkühlen habe ich auch noch nicht getestet, sollte aber auch kein Problem sein. Ob es dann noch so gut schmeckt und so schön aussieht, wie frisch, kann ich dir nicht garantieren.
      VG,
      Ana

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