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13 essbare Wildpflanzen, die du im Winter sammeln kannst

Essbare Wildpflanzen im Winter
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Im Winter sieht die Vegetation auf den ersten Blick ziemlich kahl aus. Gibt es da draussen überhaut noch Wildpflanzen zu sammeln? Aber klar doch – los geht’s!

Wildpflanzen im Winter

Blüten sind zur Zeit echte Mangelware, und ausser den Rund-ums-Jahr-Blühern Gänseblümchen oder der ein oder anderen Ringelblume zeigt sich kaum etwas Buntes. Wenn du dich davon nicht entmutigen lässt, findest du vielfältige Zutaten für einen Wintersalat oder zum Beimischen in Saucen oder ins Brot. Allein in unserem Garten fand ich heute ohne lange zu suchen 13 verschiedene essbare Wildkräuter.

Als Quelle für eine Fülle von Nährstoffen sind frische Wildpflanzen ein wahrer Segen. Und das alles kostet dich keinen Cent – du brauchst nur aus dem Haus zu gehen und die Augen offen zu halten. Wir finden jede Menge Vitamine, Eiweiß, gesundheitsfördernde Saponine, Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Spurenelemente, Mineralien in unseren unscheinbaren, heimischen Wildpflanzen.

Genau hinschauen

Das Pflanzenwachstum ist im Winter reduziert, und oft sind nur die kleinen, jungen Triebe der Pflanze geniessbar. Manchmal versteckt sich das, was du suchst auch unter braun-welker Laubstreu.

BrennesselBrennessel - essbare WIldpflanzen im Winter

Die jungen Triebe der Brennessel strotzen vor Kraft – egal in welcher Jahreszeit. Du wirst die Brennessel an weniger Stellen wachsen sehen, als im Rest des Jahres. Trotzdem ist sie auch im Winter keine Seltenheit. Klassiker für den morgendlichen Smoothie. Liefert Kalium, Magnesium, Eisen und ist reich an Vitamin A, C und E.

ErdbeerblätterErdbeere - essbare WIldpflanzen im Winter

Passen nicht nur roh in Salate, sondern eignen sich als Tee aufgegossen auch als Hausmittel zum Gurgeln bei entzündlichen Hals- und Rachenschmerzen. Die Blätter enthalten Gerbstoffe, Flavonoide und Salicylsäure.

Gänseblümchen

Geht immer als Deko für so ziemlich alle Speisen! Beim Verwenden brauchst du nur darauf zu achten, dass sie nicht zu lange liegen, bevor sie verwendet werden. Sonst schließen sich die Blüten und sehen dann nicht mehr so schön aus.

GierschGiersch - essbare WIldpflanzen im Winter

Der Wuchs des Giersch, den ich gefunden habe, ist deutlich weniger kräftig als im Rest des Jahres. Und trotz des (bis jetzt) milden Winters ist der Giersch, der im Frühjahr und Sommer richtig wuchert fast völlig verschwunden. Enthält reichlich Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Zink und Kupfer. Außerdem Vitamin A und C.

GundermannGundermann - essbare WIldpflanzen im Winter

Im Winter wächst der Gundermann ausschließlich kriechend, da er keine Blüten hat, die er in die Höhre recken muss. Der herb-aromatische Geschmack entsteht durch Bitter- und Gerbstoffe und die ätherischen Öle des Gundermanns. Zudem schenkt er uns Vitamin C, Kalium, Saponine und Cholin.

KleeKlee - essbare WIldpflanzen im Winter

Der liebe Klee! Ihn gibt es auch jetzt noch reichlich zu finden. Sein Geschmack erinnert so ein bisschen an Feldsalat, geht gehackt prima als Würzbeigabe in vielen Gerichten von Kräuter-Frischkäse bis Gemüsebratling. Die enthaltenen Isoflavone, ätherischen Öle, Gerbstoffe, Cumarin und Glykoside helfen dir, im Winter fit zu bleiben.

LöwenzahnLöwenzahn - essbare WIldpflanzen im Winter

Nach den jungen Trieben musste ich etwas genauer Ausschau halten, weil sie sich unter einigen Laubblättern versteckt hatten. In der Rohküche ist er ein Klassiker. Hoher Kalium-, Magnesium-, Vitamin C- und Calciumgehalt, außerdem reich an Bitterstoffen, Inulin (im Herbst und Winter deutlich erhöhter Gehalt), Eiweiß, Cumarin und Flavonoiden.

Tip: Um den Geschmack etwas milder zu machen: klein schneiden und mit Salz oder in Wasser etwa eine Stunde ziehen lassen.

MinzeGlatte Minze - essbare Wildpflanzen im Winter

Durch den intensiven Geschmack der Minze genügen ein paar einzelne Blätter als Beigabe zu einer frischen Kräutermischung. Oder für einen frisch gebrühten Minztee. Enthält Gerbstoffe, Flavonoide (hauptsächlich Carvon) und natürlich ätherisches Öl.

PfennigkrautPfennigkraut - essbare Wildpflanzen im Winter

Das unscheinbare Pfennigkraut ist selbst im Winter noch zart. Der etwas bittere Geschmack, den manche Menschen als spargelartig beschreiben, macht sich gut in einer Hackkräutermischung. Seine Gerbstoffe, Flavonoide und Saponine machen es zu einer wertvollen Zutat zur Stärkung deiner Immunkräfte.

SpitzwegerichSpitzwegerich - essbare Wildpflanzen im Winter

Am besten sind die kleinen Blätter aus der Rosettenmitte zum essen geeignet. Wenn du genügend Blätter zur Verfügung hast, kannst du diese zusammen mit anderem Gemüse/Obst Entsaften. Dafür sind auch die größeren, weniger zarten Blätter ganz gut geeignet. Spitzwegerich ist reich an Vitamin C und B, Chlorophyll und enthält außerdem Saponine und Kieselsäure.

TaubnesselTaubnessel - essbare Wildpflanzen im Winter

Die zarte Taubnessel hat einen feinwürzigen Geschmack. Die Wurzeln, am besten die jüngeren, helleren Wurzeltriebe kannst du ebenso wie die Blätter verwenden. Die Taubnessel ist eine wahre Nährstoffbombe: sie gibt uns Kalium, Phosphor, Calcium, Bor, Eisen, Magnesium, Kupfer, Zink, ätherisches Öl, Flavonoide, Glykoside, Saponine sowie Schleim und Gerbstoffe.

VogelmiereVogelmiere - essbare Wildpflanzen im Winter

Sie ist eine perfekte Hauptzutat für einen Salat, weil sie flächig und reichlich wächst. Abgesehen von ihrem aromatischen Geschmack, enthält sie richtig viele Nährstoffe: neben den Vitaminen B1, B2 und B3 enthält sie doppelt so viel Calcium, dreimal  so viel Kalium und Magnesium und siebenmal so viel Eisen wie der Kopfsalat.

Wiesenlabkraut

Wiesenlabkraut - essbare Wildpflanzen im WinterEin bisschen versteckt, aber sehr kräftig und saftig. Das Labkraut enthält neben ätherischem Öl  auch Glykoside (z.B. Asperulosid), Gerbstoffe und geringe Mengen Alkaloide. Die Wirkung ist leicht harntreibend und soll den Lymphfluss anregen und blutreinigend wirken.

 

Ich wünsche dir viel Spaß beim Sammeln und wünsche mir, dass mein Artikel dich dazu inspiriert, auch jetzt noch draußen nach essbaren Wildpflanzen zu suchen.

Als Quelle für die Angabe der Inhaltsstoffe diente mir das Buch” Essbare Wildpflanzen” von Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann und Roland Spiegelberger, AT Verlag 17. Aufl. 2015.

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44 Kommentare

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  2. Josephine sagt

    Wenn Schnee drauf lag und Frost drin war, sind all diese Kräuter trotzdem essbar?

    • Hi Josephine! Grundsätzlich ja – wenn die Pflanze den Frost überlebt hat. Dass eine Pflanze “erfroren” ist, siehst du am nächsten Tag sehr deutlich dran, dass beim Tauen die Blätter dunkel verfärbt sind und schlaff und matschig runterhängen. Dann sollte man sie auch nicht mehr essen. Vertraue deinem eigenen Urteilsvermögen. Petersilie z.B. kann man ja auch tiefgekühlt kaufen, sie sieht dann auch nach dem Auftauen noch gut aus. Noch mehr über frisch geerntetes, findet du hier.
      Viel Erfolg 🙂
      Ana

  3. Inga sagt

    Huhu, dass ist ja klasse, das es sowas hier gibt.
    So ein bisschen Ahnung habe ich selber, aber toll, dass es hier Anleitungen und Rezepte gibt
    🙂 Danke dafür

    • Hi Inga! Vielen Dank für das dicke Lob! Einige andere spannende Artikel, besonders mit Rezepten sind gerade in Arbeit. VG, Ana

  4. Gitti sagt

    Ganz herzlichen Dank für diesen echt wertvollen Beitrag! Am liebsten würd ich gleich sammeln gehen! 😀

  5. Kräuterhexe sagt

    Ganz toll.
    Ich ziehe morgen direkt los…
    Dachte immer im Winter kann man nichts sammeln.
    Toll…Da freue ich mich!

  6. Jasenka Wallbraun sagt

    Ich habe über Winter irgendwie Lust auf Grünes verloren und habe hauptsächlich Keimlinge gegessen, du hast mir mit dem Artikel wieder Lust auf frisches Grün geweckt! Danke für diese Erinnerung! Morgen schaue ich gleich danach was mir in dem Garten “blüht” 😉

  7. Monika sagt

    ja, die meisten hab ich auch schon gesammelt und verwertet, es ist sehr interessant, über die Inhaltsstoffe hier etwas mehr zu erfahren – vielen Dank!

  8. Veronika Mende sagt

    Kann man die Kräuter auch in Parks sammeln? Hab Angst, dass sie voll Hundepisse sind! lg.v

    • Hallo Veronika, diese Frage kann ich nicht pauschal beantworten. Wenn der Park sehr groß ist, und einige “unberührte” Bereiche hat, ist das schon möglich. Generell ist das Problem, dass Parks meistens auf sehr stark menschlich beeinflussten Standorten angelegt sind. Die Hunde sind sicher auch eine Quelle für Verschmutzung, aber schwerer wiegt die Belastung der Böden und der Luft (z.B. in einer Großstadt). Wenn du die Möglichkeit hast, sammele möglichst weit entfernt von Straßen und größeren Siedlungen.

  9. Karl-Heinz Passler sagt

    In unserem Garten wächst jetzt noch viel Echtes Barbarakraut (Winterkresse, Barbarea vulgaris)

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  11. Hallo

    Da ich auf 3000 quadratmetrn wildem land wohne, sammel ich wirklich das ganze jahr über frische kräuter…. es sind sehr viele sorten… zart und fein . sogar winterpilze wachsen hier.ich kann jeden tag alles frisch machen. als salat oder irgendwo unter mischen. auch in meine buletten kommen viele frische kräuterchen mit rein.
    danke für den tollen Bericht und die tollen Bilder 🙂 l.g. marina

    • Hi Marina! Das klingt wunderbar. Magst du mir etwas über die Winterpilze verraten? Das macht mich sehr neugierig. Danke schonmal 🙂
      VG,
      Ana

  12. BROMBEERBLÄTTER!!! sind auch essbar und lecker und massenhaft im Winter vorhanden, da die Pflanze ihre Blätter nicht abwirft. super im grünen Smoothie..

  13. Betti Wallrafen sagt

    Hallo ich find das toll würde auch gerne Wildpflanzen sammeln und essen, aber hab etwas Angst, dass ich es nicht richtig erkenne und etwas Falsches esse was vielleicht giftig ist? Anhand nur eines Fotos pro Pflanze trau ich mir eine Beurteilung ob ja oder nein, ist es genau dieses Kraut leider nicht zu
    danke ihnen
    Liebe Grüsse Betti

    • Hallo Betti, es freut mich, wenn mein Artikel dich ermutigt, selbst etwas zu sammeln. Hier bei und gibt es sehr wenige “gefährliche” Pflanzen, und die sehen eindeutig anders als z.B Löwenzahn aus. Ich empfehle dir, mit wenigen, einfach zu erkennenden Pflanzen zu beginnen. Noch einfacher ist es, im Frühjahr und Sommer zu sammeln. Erstens weil dann mehr zu finden ist, und zweitens weil dir dann die Blüten beim Erkennen hilfreich sind. Mein Tip: nimm an einer Wildkräuerwanderung teil, das bringt dir Sicherheit, und einen wertvollen Austausch mit Gleichgesinnten. Wenn du dich selbst einlesen möchtest, empfehle ich dir Bücher mit Zeichnungen und Fotos, wie z.B. “Grundkurs Pflanzenbestimmung” von Rita Lüder. Dieses Buch ist nicht teuer, und für interessierte Laien genau richtig, da es wichtige Details und mögliche gefährliche Doppelgänger beschreibt. Viel Spaß!
      Ana

  14. Biorn sagt

    Vielen Dank für die Erinnerung! geh gleich Ma raus; Aba Chlorophyll als Bestandteile zu nennen; besonders beim Spitzwegerich halte ich für etwas Überflüssig? Oder gibt es da einen besonderen Grund den ich nicht kenne?
    beste Grüße
    Biorn

    • Hi Biorn! Das mit dem Chlorophyll habe ich nochmal extra erwähnt, weil es noch nicht so lange im öffentlichen Bewusstsein angekommen ist, wie gesundheitsförderlich es ist. Obwohl es ja offentsichtlich ist, dass es in allen grünen Pflanzenteilen enthalten ist. So, dachte ich mir, regt es vielleicht ein paar Menschen mehr dazu an, auch mal Wildkräuter mit zu entsaften. Denn für die Chlorophyllaufnahme ist Saft der Königsweg.
      Viele Grüße,
      Ana

  15. Die Nelkenwurz ist eine eher unscheinbare Wildpflanze mit kleinen gelben Blüten. Dort wo sie anzutreffen ist, in lichten Wäldern oder an alten Gemäuern wächst sie meist in grossen Mengen. Doch kaum jemand kennt die Nelkenwurz heutzutage.

    Dabei war sie früher eine wichtige Heil- und Gewürzpflanze, die in den meisten Gärten angebaut wurde.

    Die Wurzel der Nelkenwurz riecht und schmeckt leicht nach Nelke, was ihr auch ihren gebräuchlichsten Namen einbrachte.

    Man kann sie gegen Durchfall und andere Probleme des Verdauungsapparates verwenden. Auch gegen Entzündungen im Mundbereich kann die Nelkenwurz helfen.

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